LIEBERSPIELEN

Eine Kiste, 1000 Möglichkeiten: Wie Ihr Euren Kindern Träume erfüllt und sie gleichzeitig fördert

Dieser Artikel ist ein Appell – für mehr Verkleidungen in den Kinderzimmern dieser Welt. Denn welches Kind träumt nicht davon, einmal Feuerwehrmann zu sein? Polizistin, Ritter, Zirkusdirektor oder Piratin?

Unsere Kinder tauchen jetzt seit über einem Jahr täglich in andere Welten ein und schlüpfen in verschiedene Rollen – durch die wirklich beste Kinderzimmer-Anschaffung aller Zeiten: Unsere Verkleidungskiste!

Ich kann Euch so eine Kiste wirklich nur wärmstens ans Herz legen. Bei uns ist sie das „Spielzeug“, das nun seit über einem Jahr konsequent bespielt wird, sowohl von der Püppi, als auch vom Großen. Sie eignet sich für Kinder ab anderthalb Jahren – und erweitert das kindliche Spiel ungemein.

Verkleiden - mehr als nur ein Spiel

Ab 3 Jahren sind Rollenspiele bei Kindern ein großes Thema und unglaublich wichtig. Denn durch Nachahmung lernen Kinder ihre Umwelt besser kennen.

Sie spielen zunächst häufig Alltagssituationen nach – den Einkauf im Supermarkt oder die Zubereitung des Abendessens. Nicht umsonst gehören deshalb der Kaufladen und die Kinderküche zur Ausstattung vieler Kinderzimmer. Doch Kinder entwickeln durch Rollenspiele nicht nur ein Verständnis für die Welt der Erwachsenen: Sie lernen auch sich selbst darin besser kennen. Durch das Schlüpfen in andere Rollen erweitert sich der kindliche Blickwinkel. Kinder versetzen sich durch Rollenspiele in andere Personen, Berufsgruppen etc. hinein und nehmen deren Sichtweisen ein.

Es hilft ihnen außerdem bei der Verarbeitung bestimmter Erlebnisse, genau wie bei der Vorbereitung auf kommende Ereignisse. So kann ein gutes Rollenspiel sogar Ängste lindern – zum Beispiel vor einem anstehenden Arztbesuch.

Rollenspiele regen außerdem die Fantasie an: Kinder erschaffen darin eigene Welten. Sie denken sich eine neue Wirklichkeit aus, in der sie anders agieren müssen, als in ihrem Alltag. Das kann auch sehr sprachfördernd ein – insbesondere im Zusammenspiel mit anderen Kindern.

Gemeinsames Verkleiden stärkt die Geschwisterbeziehung

Untereinander müssen Kinder Absprachen treffen. „Wer spielt wen?“, „Was passiert als Nächstes?“ Insofern fördern Rollenspiele auch das Sozialverhalten.

Bei unseren Kindern schafft die Verkleidungskiste tatsächlich täglich Gemeinsamkeiten. Der Große und die Püppi schmieden meist direkt nach dem Aufstehen eifrig Pläne zusammen – als was sie sich verkleiden und wie es dann weitergehen soll. Deshalb haben wir fast alle Kostüme in unserer Verkleidungskiste auch zwei Mal. Wir lassen uns diese gerne schenken – von Großeltern, Freunden und Verwandten. Sie sind ein tolles Geschenk zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu Ostern.

Es müssen allerdings auch nicht ausschließlich komplette Kostüme sein. Im Gegenteil: Neben den Feuerwehrausrüstungen, die bei uns der große Renner sind – die Püppi war ein Dreivierteljahr lang täglich Feuerwehrfrau Penny! – gibt es in unserer Verkleidungskiste vorwiegend Accessoires:

Kanülen, Verbände und Hauben, um sich als Arzt zu verkleiden, zum Beispiel. Vor Corona hatten wir auch einen Mundschutz für jedes Kind zum Spielen – nichtsahnend, dass wir diese irgendwann im Alltag brauchen würden… Das tolle Stethoskop habe ich zufällig für ein paar Euro auf einem Trödelmarkt ergattert.

Um sich als Piratin herzurichten, braucht es zum Beispiel auch gar nicht viel: Medizinische Augenklappen (bekommt Ihr günstig in der Apotheke) und ein rotes Tuch für den Kopf. Dazu vielleicht noch einen Dolch – fertig ist das Outfit.

Hoch im Kurs sind auch unsere Bauarbeiter-Westen. In Kombination mit einer Schutzbrille und Lärmschutzkopfhörern (diese hatten wir für den Besuch größerer Veranstaltungen angeschafft) absolut ausreichend.

Die Kinder suchen sich dann ganz automatisch gemeinsame Projekte in der Wohnung – Bettschutzgitter festschrauben oder Schubladen reparieren zum Beispiel.

Weniger ist manchmal mehr

Ihr könnt es mit den Kostümen wirklich schlank halten. Je weniger, desto besser. Vor Allem kleinere Kinder sind mit einer zu großen Auswahl überfordert und können sich komplette Kostüme ohnehin nicht alleine an- und ausziehen – einen Hut oder eine Brille dafür schon. Außerdem können sie viel kreativer werden, wenn die Kostüme nicht gänzlich vorliegen: Kinder entwerfen fehlende Requisiten dann einfach selbst und zweckentfremden dafür Alltagsgegenstände.

Da die Anschaffung kompletter Verkleidungen außerdem ins Geld geht, solltet Ihr unbedingt auf Trödelmärkten Ausschau nach Kostümen, Hüten und anderen Accessoires halten. Dort (und bei ebay Kleinanzeigen) habe ich schon wirklich viele Schnäppchen gemacht – vor Allem kurz nach Karneval findet ihr dort häufig wunderschöne Verkleidungen für kleines Geld.

Natürlich funktionieren Rollenspiele auch komplett ohne Verkleidungen, denn:

“Alle Kinder haben die märchenhafte Kraft, sich in alles zu verwandeln, was immer sie sich wünschen.”

– Jean Cocteau –

… aber mit Kostümen machen sie manchmal einfach NOCH mehr Spass!

Habt Euch lieb!

Eure Jasmin
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